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Hypermobil vs. Hypomobil

Wer Yoga Profilen auf Instagram verfolgt, hat sich sicher auch schon des öfteren gefragt „Wie verdammt nochmal all diese fancy Posen funktionieren?“ oder „Wie lang man Yoga praktizieren muss um so beweglich zu werden?“. Auch ich habe mich davon zu Beginn oft leiten lassen, wollte diese Verbiegungen auch unbedingt abliefern können. Vor einiger Zeit habe ich eingesehen, dass eben nicht jeder Körper dafür gemacht ist und dass es dabei auch gar nicht um die eigentlich Essenz vom Yoga, dem Ankommen im eigen Körper und Geist, geht.

Ohne Frage, es schaut gut aus, sogar sehr ästhetisch. Aber was bringt es einem? Was ist das Ziel? Und was nehmen manche dafür in Kauf?
Einige praktizieren vielleicht schon seit ihrer Kindheit, kommen aus dem tänzerisch Bereich oder sind von der Körperstruktur eben Überbeweglich also Hypermobil auf die Welt gekommen.

FLEXIBILITÄT, GELENKIGKEIT, BEWEGLICHKEIT, MOBILITÄT

Hypermobil? Das sind diejenigen die aus dem Kalten heraus das Bein hinter das Ohr bekommen. Diejenigen haben verweintlich einen Vorteil wenn es um tiefe Yoga Posen geht. Aber denjenigen fehlte es eben auch oft an Stabilität und Kraft, was später zum Verhängnis werden kann da Gelenken vermehrt überbelastet werden können.
Dann gibt es die Hypomobilen, bei denen schon der Schneidersitz eine Herausforderung ist. Diejenigen brauchen auch bei regelmäßiger Praxis, Zeit um beweglicher zu werden. Und diese Zeit ist eben wichtig um den Körper nicht zu überfordern oder sich gar zu verletzen. Und wahrscheinlich erreichen diejenigen auch selten die gleichen Ausrichtungen wie die Hypermobilen unter euch.

Und es gibt noch einen wesentlichen Unterschied. Flexibilität, also unsere Gelenkigkeit ist uns bereits in die Wiege gelegt, während die Beweglichkeit, also das Vermögen in welchen Grad und Bewegungsausmaß ein Gelenk bewegt werden kann, nur zu einem Teil angeboren bereits ist. Die Mobilität von Muskeln, Bänder, Sehnen und Bändern können wir aber trainieren.

EIN LEBEN IM GLEICHGEWICHT 

Mit diesem Hintergrundwissen habe auch ich es endlich eingesehen. Seitdem versuche ich mich nicht mehr in irgendwelchen Posen zu quälen um die „Ziel Asana“ zu erreichen und ich vergleiche mich nicht mehr. Ich gehe viel sanfter mit meinem Körper um. Schaffe es viel leichter loszulassen, wahr- und anzunehmen.
Das Leben ist Challenge genug, mach deine Yoga Praxis nicht auch noch dazu. Schalte dein Ego aus und dein Handy ab. Spüre in deinen Körper. Er sagt dir was er braucht. Du darfst lauschen und genießen. Er ist ein Meisterwerk, egal mit welchen Voraussetzungen.

Anika Haseloff

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